Abschlussbericht zum Blutskandal in Großbritannien veröffentlicht
Veröffentlicht am . Thema: Hepatitis C Soziales StiftungEin kürzlich veröffentlichter Untersuchungsbericht zum Skandal um infiziertes Blut im Vereinigten Königreich legt Versäumnisse des Nationalen Gesundheitsdienstes (NHS) und aufeinanderfolgender Regierungen offen. Der Bericht dokumentiert, dass Patienten von 1970 bis 1991 unzumutbaren Risiken ausgesetzt waren, was zu mehr als 30.000 Infektionen mit HIV und Hepatitis C führte. Etwa 3.000 Betroffene sind seitdem verstorben.
Die (fünfjährige) Untersuchung wirft Ärzten, der Regierung und dem NHS vor, die wahren Umstände der Kontamination und deren Auswirkungen zu verschleiern. Der Vorsitzende der Untersuchung, Sir Brian Langstaff betonte, dass das Vertrauen der Öffentlichkeit tief erschüttert wurde. Aktivist Clive Smith kommentierte, dass nun klar sei, dass es bewusste Versuche gab, die Wahrheit zu verheimlichen.
Als Reaktion hat die britische Regierung ein Entschädigungsschema für die Betroffenen eingeführt, mit Zahlungen zwischen £2,225,000 und £2,615,000 für HIV-Infizierte.
Die Situation in Deutschland zeigt indes, dass bisherige Untersuchungen sich nicht auf HCV-Infektionen erstrecken und Entschädigungsleistungen als freiwillige Beiträge und nicht als Rechtsansprüche behandelt werden. Dies steht im Kontrast zu den Entschädigungen im Vereinigten Königreich und unterstreicht die Notwendigkeit, das Recht und die Unterstützung für die Betroffenen konsequent umzusetzen.
Die Interessengemeinschaft Hämophiler bleibt weiterhin dem Ziel verpflichtet, die Interessen und das Wohlbefinden aller Betroffenen zu unterstützen und zu vertreten. Von daher veröffentlichen wir auch diese Meldungen, da wir allen unseren Mitgliedern verpflichtet sind. So setzen wir uns auch für eine HCV-Entschädigungslösung der betroffenen Hämophilen ein, nicht jedoch an einer Kampagne zur HCV-Aufklärung der Allgemeinbevölkerung. Dies ist nicht unser Auftrag, zudem schmälert es aus IGH-Sicht die Chancen der betroffenen Hämophilen.
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