Pressemeldung: Für ein selbstbestimmtes Leben mit Hämophilie
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Bayer zeichnet Forschungsprojekte im Rahmen des Spendenprogramms „Faktor.Leben.“ aus
Bayer hat die diesjährigen Preisträger des Spendenprogramms „Faktor.Leben.“ bekannt gegeben und zeichnet fünf Forschungsprojekte aus / Ziel der Förderung ist es, innovative und individuelle Therapieansätze zu stärken, die dazu beitragen, die Lebensqualität von Menschen mit Hämophilie nachhaltig zu verbessern und ihnen ein möglichst selbstbestimmtes Leben zu ermöglichen
Leverkusen, 17. August 2026 – Bayer hat die Preisträger des Spendenprogramms „Faktor.Leben.“ für das Jahr 2026 bekannt gegeben. Insgesamt fünf Forschungsprojekte werden gefördert. Im Fokus stehen dabei innovative und individuell ausgerichtete Therapiekonzepte für Menschen mit Hämophilie. Ziel der Initiative ist es, die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern und Therapieansätze stärker an deren persönlichen Lebensumständen auszurichten. Mit diesem Anspruch steht das Spendenprogramm auch in diesem Jahr unter dem Leitgedanken „Gemeinsam für ein individuelles Leben mit Hämophilie“.
„Mit der Unterstützung dieser Projekte möchten wir dazu beitragen, dass Menschen mit Hämophilie Therapiekonzepte erhalten, die ihren individuellen Bedürfnissen gerecht werden“, sagt Dr. Melita Dietze, Country Medical Director DACH bei Bayer. „Die eingereichten Konzepte spiegeln eindrucksvoll das Engagement der medizinischen Fachwelt wider, neue und bedarfsgerechte Lösungen für den Alltag von Menschen mit Hämophilie zu entwickeln.“
Das sind die geförderten Projekte
Dr. Lennart Beckmann vom Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf wird für das Projekt mit dem Titel „Mechanismen und klinische Bedeutung der Thromboinflammation bei hämophiler Arthropathie“ ausgezeichnet. Die hämophile Arthropathie bleibt eine der bedeutendsten chronischen Komplikationen bei Patienten mit Hämophilie A oder B und ist mit erheblicher Einschränkung der Lebensqualität, Schmerzen und drohender Immobilität verbunden. Das Projekt untersucht die Rolle der Thromboinflammation bei der Entstehung und Progression der Gelenkschädigung. Während unter modernen Prophylaxe-Strategien spontane Gelenkblutungen bei guter Therapieadhärenz weitgehend verhindert werden, bleiben subklinische Blutungen ein anhaltendes Problem, das langfristig ebenfalls zu schwerer Synovitis und konsekutiver Gelenkschädigung führen kann. Das Risiko für subklinische Blutungen wird bislang nur unzureichend erfasst, und eine Therapiesteuerung allein anhand von Faktor-Talspiegeln hat sich als nicht hinreichend erwiesen. Zusätzlich ergibt sich bei den modernen Nicht-Faktor-Therapien die Problematik, dass ein Monitoring derzeit nicht oder nur unzureichend möglich ist. Das Vorhaben zielt darauf ab, neue Biomarker und Monitoring-Strategien zu identifizieren.
Eine weitere Förderung erhält Dr. med. Swee Wenning der Gerinnungsambulanz SRH Kurpfalzkrankenhaus Heidelberg für das Projekt „Heldenstark mit Hämophilie“. Das Projekt verfolgt das Ziel, Kinder und Jugendliche mit Hämophilie ganzheitlich zu stärken. Im Mittelpunkt steht eine interdisziplinäre Herangehensweise, die medizinische Diagnostik und psychosoziale Unterstützung verbindet. Die medizinisch-therapeutische Diagnostik umfasst Gelenkultraschall, Blutuntersuchungen einschließlich Faktor-VIII-Werten, physiotherapeutische Befunderhebung, Erhebung von Verlaufsdaten zur Lebensqualität sowie orthopädische Fachberatung. Ergänzend werden psychotherapeutische Beratung und Austauschformate für Angehörige angeboten, um Resilienz und soziale Stabilität zu fördern. Ein zentraler Bestandteil ist die systematische Erhebung von Longitudinaldaten zur Entwicklung der Gelenkgesundheit und Lebensqualität.
Prof. Dr. med. Johannes Oldenburg vom Universitätsklinikum Bonn erhält eine Förderung für das Projekt „Retrospektive Untersuchungen zur Therapie der synovialen Hypertrophie“. Die chronische Synovitis ist die treibende Kraft bei der Entwicklung einer hämophilen Gelenkarthropathie und bleibt häufig über Jahre klinisch unerkannt. Prävalenzstudien zeigen, dass eine synoviale Hypertrophie bei etwa 50 % der Patienten mit schwerer Hämophilie vorliegt. Zur systematischen Therapie gibt es bisher nur zwei italienische Studien sowie die GTH-S2k-Leitlinie, die auf Expertenmeinung basiert und einen Talspiegel von über 30 % für mindestens sechs Monate vorschlägt – publizierte Daten zu dieser Empfehlung fehlen jedoch. Das Bonner Hämophilie-Zentrum hat seit 2016 etwa 55 Patienten mit synovialer Hypertrophie hochdosiert mit Faktorkonzentraten behandelt, teilweise ergänzt durch Radiosynoviorthesen. Diagnose und Verlaufsdokumentation erfolgten mithilfe von Ultraschall und MRT. Ziel der retrospektiven Studie ist eine deskriptive Untersuchung des Therapieerfolgs (Besserung oder komplette Rückbildung der synovialen Hypertrophie) unter Berücksichtigung von Faktordosis, Applikationsintervall, Talspiegeln, Arthropathiegrad, Patientenadhärenz, Therapiedauer und Kosten.
Außerdem wird das Projekt von Dr. med. Vanya Icheva, PD Dr. med. Johannes Holle und Dr. med. Lena-Christin Gruber prämiert. Alle drei sind am Universitätsklinikum Tübingen tätig. Durch die Etablierung moderner Therapiestrategien haben Kinder und Jugendliche mit schwerer Hämophilie A und B heute eine deutlich verbesserte Lebenserwartung. Damit rücken langfristige Komplikationen und Komorbiditäten jenseits der Blutungsneigung zunehmend in den Fokus der Versorgung. Muskuloskelettale, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen sowie psychische Symptome prägen die Morbidität erwachsener Menschen mit Hämophilie und machen neben einer strukturierten Diagnostik auch Präventions- und Therapieprogramme notwendig. Parallel zur Entwicklung in der Allgemeinbevölkerung – und häufig verstärkt durch das Vorliegen einer chronischen Erkrankung – nimmt bei Kindern und Jugendlichen mit Hämophilie die Prävalenz von Übergewicht und Adipositas zu und liegt bereits über der von gesunden Gleichaltrigen. Das Projekt zielt auf eine systematische kardiovaskuläre, renale und metabolische Risikoanalyse sowie die Entwicklung zielgerichteter Präventionsmaßnahmen für diese Patientengruppe ab.
Dr. med. Ruth Epping und Dr. med. Meike Nowacki aus der Gerinnungspraxis Dr. Richter in Münster haben das Projekt „Nur Konduktorin?" – Netzwerk Münster: Bedarfserhebung und Konduktorinnen-Tag“ eingereicht und erhalten eine Förderung.
Das Projekt basiert auf der Hypothese, dass bei dieser häufig wenig sichtbaren Patientinnengruppe ein bislang unzureichend erfasster Bedarf an Information, Austausch und Vernetzung besteht. Innovativ ist die gezielte Fokussierung auf Konduktorinnen sowie die Verbindung von Bedarfserhebung, Selbsthilfe und patientinnenzentrierter Netzwerkbildung im regionalen Kontext. Geplant ist zunächst eine strukturierte, fragebogengestützte Bedarfserhebung unter Konduktorinnen und Frauen mit Hämophilie im Großraum Münster. Auf Grundlage der Ergebnisse soll gemeinsam mit dem Verein „Leben mit Hämophilie" ein erster regionaler Konduktorinnen-Tag mit Informations- und Austauschformaten organisiert werden. Das Projekt verfolgt das Ziel, Information, Austausch, Selbstbestimmung, Teilhabe und Sichtbarkeit betroffener Frauen nachhaltig zu fördern.
Über Hämophilie bei Bayer
Bayer setzt sich für Menschen mit Hämophilie ein. Seit über 30 Jahren engagieren wir uns gemeinsam mit der Hämophilie-Gemeinschaft – wir verstehen die Bedürfnisse und Hoffnungen von Hämophilie-Betroffenen. Faktor VIII-Ersatztherapien sind der Behandlungsstandard, um Blutungen zu stillen oder zu verhindern. Das Bayer-Portfolio an Faktor VIII-Produkten bietet Menschen mit Hämophilie A in allen Lebensphasen eine auf ihre individuellen Bedürfnisse und Lebensweisen abgestimmte Behandlung. Wir arbeiten eng mit Forschern, Medizinern und Patientengruppen zusammen, um die Hämophilie-Gemeinschaft weiter zu stärken und Menschen mit Hämophilie ein erfülltes Leben zu ermöglichen.
Über Hämophilie A
Hämophilie betrifft nahezu 400.000 Menschen weltweit. Es handelt sich fast immer um eine vererbte Störung der Blutgerinnung, bei der ein für die Blutgerinnung verantwortliches Protein fehlt oder fehlerhaft gebildet wird. Hämophilie A ist die am häufigsten auftretende Form der Hämophilie, bei der ein Mangel oder Defekt des Faktor VIII auftritt. Patienten sind daher von wiederholten Blutungen in Muskeln, Gelenken oder anderen Gewebearten betroffen, die mit der Zeit zu dauerhaften Gelenkschäden führen können. Da die Blutgerinnung langsamer erfolgt als bei gesunden Individuen, können äußere Verletzungen schwerwiegende Folgen haben, wenn sie nicht angemessen behandelt werden. Von Hämophilie A sind Menschen weltweit betroffen mit einer geschätzten Häufigkeit von 1 zu 5.000 männlichen Lebendgeburten. So leben heute etwa 6.000 Menschen in Frankreich, 4.500 in Deutschland und 13.000 in den USA mit Hämophilie A.
Über Bayer
Bayer ist ein weltweit tätiges Unternehmen mit Kernkompetenzen in den Life-Science-Bereichen Gesundheit und Ernährung. Getreu seiner Mission „Health for all, Hunger for none“ möchte das Unternehmen mit seinen Produkten und Dienstleistungen Menschen nützen und die Umwelt schonen – indem es zur Lösung grundlegender Herausforderungen einer stetig wachsenden und alternden Weltbevölkerung beiträgt. Bayer verpflichtet sich dazu, mit seinen Geschäften einen wesentlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Gleichzeitig will der Konzern seine Ertragskraft steigern sowie Werte durch Innovation und Wachstum schaffen. Die Marke Bayer steht weltweit für Vertrauen, Zuverlässigkeit und Qualität. Im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern mit rund 88.000 Beschäftigten einen Umsatz von 45,6 Milliarden Euro. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung beliefen sich auf 5,8 Milliarden Euro. Weitere Informationen sind im Internet zu finden unter www.bayer.com/de
Die Bayer Vital GmbH vertreibt die Arzneimittel der Divisionen Consumer Health und Pharmaceuticals in Deutschland. Mehr Informationen zur Bayer Vital GmbH finden Sie unter: www.gesundheit.bayer.de
Zukunftsgerichtete Aussagen
Diese Presse-Information kann bestimmte in die Zukunft gerichtete Aussagen enthalten, die auf den gegenwärtigen Annahmen und Prognosen der Unternehmensleitung von Bayer beruhen. Verschiedene bekannte wie auch unbekannte Risiken, Ungewissheiten und andere Faktoren können dazu führen, dass die tatsächlichen Ergebnisse, die Finanzlage, die Entwicklung oder die Performance der Gesellschaft wesentlich von den hier gegebenen Einschätzungen abweichen. Diese Faktoren schließen diejenigen ein, die Bayer in veröffentlichten Berichten beschrieben hat. Diese Berichte stehen auf der Bayer-Website www.bayer.com/de zur Verfügung. Die Gesellschaft übernimmt keinerlei Verpflichtung, solche zukunftsgerichteten Aussagen fortzuschreiben und an zukünftige Ereignisse oder Entwicklungen anzupassen.
Die Bayer AG ist eine Holdinggesellschaft mit weltweit operativen Tochterunternehmen. Wenn auf „Bayer" oder „das Unternehmen" referenziert wird, kann sich das – je nach Kontext – auf ein oder mehrere Tochterunternehmen beziehen.
Kontakt für Medien:
Melanie Hartmann
+49 173 7821785
melanie.hartmann@bayer.com
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