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Gegen das Vergessen - Menschen hinter dem Aids-Blutskandal (Buch)
Rottenburg, den 04. April 2011

"Gegen das Vergessen..."

Menschen hinter dem Aids-Blutskandal (Buch)

Viele Menschen, auch betroffene und insbesondere nichtbetroffene Bluter, reagieren mit Ablehnung, wenn sie auf das Thema "HIV / AIDS durch verseuchte Blutprodukte" angesprochen werden. "Lasst uns endlich damit in Ruhe, habt Ihr keine anderen Themen" wird uns vorgeworfen, wenn wir an diese größte medizinische Katastrophe unter den Hämophilen erinnern. Dann gibt es aber auch die mahnenden Stimmen, die uns auffordern, immer wieder und nachdrücklich aufmerksam zu machen, damit sich ein solcher medizinischer Supergau niemals wiederholen kann. Damit wir nicht vergessen und weil es immer wieder nachgefragt wird, möchten wir heute an ein beeindruckendes Buch erinnern, in dem Betroffene über ihren Umgang mit der Krankheit berichten.

Interessierte können das Buch "Gegen das Vergessen ... Menschen hinter dem Aids-Blutskandal" über die Bundesgeschäftsstelle bzw. über den Shop hier auf den Internetseiten der IGH beziehen, es wird zum Selbstkostenpreis von EURO 15,00 zuzüglich Porto/Verpackung abgegeben.

IGH-Bundesgeschäftsstelle
Günter Schelle, Geschäftsführer


"Beeindruckend offen haben zwölf AutorInnen den bedeutendsten Abschied ihres Lebens niedergeschrieben: den schmerzhaften Verlust eines Kindes, Bruders oder Partners, gestorben an AIDS durch verseuchte Blutprodukte. Dieses Buch wirft ein ganz privates Licht auf den Aids-Blutskandal, der in den Medien bisher hauptsächlich als ein politischer Skandal dargestellt wurde. Zu schnell wird vergessen, dass sich hinter dem politischen Ereignis menschliche Schicksale verbergen. Familien wurden aus der Bahn geworfen, in die sie teilweise bis heute noch nicht wieder zurückgefunden haben.
Doch dieses Buch macht auch Hoffnung. Es beschreibt, wie die AutorInnen gelernt haben, mit Wut, Trauer und Verzweiflung umzugehen." (Werner Lesemann, Herausgeber)


Auszüge aus dem Buch:

" Verbrecher, Profitgeier haben es verhindert, dass die zur Behandlung der Bluter notwendigen Blutplasmakonzentrate aus dem Verkehr gezogen wurden, die nachweislich mit Aids infiziert waren. Es hat damals, bevor es hier in Deutschland zu massiven Infizierungen kam, verantwortungsbewusste Personen gegeben, die gewarnt, auf die zu erwartende Katastrophe hingewiesen haben. Alles umsonst! Diese "unbequemen" Warner wurden überstimmt, aus dem Dienst entfernt."
(Margit Lill-Debus)

" An dem Tag, als seine neue Erkrankung aktenkundig wurde, überraschte ich seinen ältesten Bruder Manuel weinend in der Küche: Er schämte sich seiner Gesundheit, war voller Wut und wünschte sich so sehr, seinem Bruder eine seiner Krankheiten abnehmen oder ihm wenigstens in irgendeiner Weise helfen zu können!"
(Lisa M.)

" Aber ich möchte auch schildern, wie sehr uns das Geheimhalten seiner Krankheit belastet hat. Erst als wir mit ihm und dann auch mit vielen anderen sprechen konnten, hat sich die ganze Situation für uns entkrampft. Keine Tabletten mussten mehr heimlich genommen werden, keine Krankenhausbesuche mehr mit der Furcht vor Entdeckung stattfinden und keine akute Erkrankung unseres Sohnes anderen Leuten gegenüber verschwiegen oder verharmlost werden."
(Angelika Viol)

" Papa wollte immer daran glauben, dass du es schaffen würdest. Er konnte die Wirklichkeit nicht ertragen. Wir weinten alle. Du erhobst deine mageren Arme und Hände zum Himmel und batest Gott, er möge dich holen. Wir mussten das Licht löschen. Alle vier saßen wir um dein Bett herum. Und noch ein sechster war da im Zimmer, unsichtbar, doch ganz stark zu spüren, schmerzhaft zu spüren."
(Renate Pfeiffer)

"Nie werde ich unsere Unterredung vergessen, die nur aus elf Worten bestand und doch alles, aber auch alles ausdrückte, warum du mir erst so spät sagtest, was mit dir los war. Als ich mit meinem Vorschlag, gemeinsam zum Test zu gehen, herausrückte, schwiegst du. Nach einer Weile meintest du schlicht: "Ich habe den Test gemacht." Ich: "Und?" Du: "Ja muss ich jetzt gehen?" Nie hätte ich dich, nach dem, was jetzt über mich hereinbrach, wegschicken können. In einem unendlichen Schmerz fingst du mich auf und gabst mir eine ebenso unendliche Geborgenheit. Die Intensität dieser Stunden ließ die Zeit stillstehen."
(Désirée Paul)

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