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Tipps für die Therapie bei Hepatitis B und C
Rottenburg, den 04. April 2011
Ernährung

Informieren Sie sich!

Sie führen eine Mono- oder Kombinationstherapie gegen Hepatitis durch. Um Sie bei der Durchführung dieser Therapie zu unterstützen, finden Sie nachfolgend Anregungen, selbst aktiv Ihr Wohlbefinden während der Therapie zu stärken. Darüber hinaus sollten Sie während der Therapie keine Scheu haben, Fragen zu stellen oder Hilfe in Anspruch zu nehmen.

  • bei Unklarheiten zu den Medikamenten oder unerwünschten Wirkungen fragen Sie Ihren Arzt!
  • Informieren Sie gegebenenfalls Ihre Partner und Angehörige, damit Sie auch von dieser Seite unterstützt bzw. entlastet werden können.
  • Falls Sie an Informationen oder dem Austausch unter Gleichgesinnten interessiert sind, wenden Sie sich an eine Selbsthilfegruppe in Ihrer Nähe.

Kontaktadressen erhalten Sie bei:

Nationale Kontakt- u. Informationsstelle zur Anregung u. Unterstützung von Selbsthilfegruppen (NAKOS)
Albrecht-Achilles-Str. 65, 10709 Berlin
Telefon: 030 - 8914019, Fax: 030 - 8934014
Internet: http://www.nakos.de

Je informierter Sie sind, desto besser können Sie auch Tage überstehen, an denen es Ihnen mal nicht so gut geht. So fällt es Ihnen leichter, die Therapie trotzdem bis zu Ende durchzuführen.

Was tun bei unerwünschten Wirkungen?

Die Therapie wird insgesamt besser vertragen, wenn Sie einen guten Allgemeinzustand und Ernährungsstatus haben.

  1. Grippeartige Erscheinungen (Fieber, Schüttelfrost ...) können Sie in Schach halten oder erst gar nicht aufkommen lassen, indem Sie schon vor der Injektion z.B. Paracetamol einnehmen (bei Hämophilie bitte unbedingt vorher Ihren Arzt fragen!)
  2. Es hat sich bewährt, den Zeitpunkt der Injektion auf einen Abend zu legen, damit eventuelle Nebenwirkungen tagsüber schon wieder abgeklungen sind. Wenn Sie berufstätig sind und eine einmal wöchentliche Therapie durchführen, empfiehlt es sich, freitags abends zu spritzen, um montags wieder fit zu sein.
  3. Stimmungsschwankungen machen sich weniger bemerkbar, je stabiler Ihr seelischer Zustand ist. Verwöhnen Sie Ihre �Seele�, vermeiden Sie Stress und holen Sie sich Unterstützung in Ihrem persönlichen Umfeld. Können Sie ein Stimmungstief alleine nicht meistern, holen Sie sich z.B. psychotherapeutische Hilfe.
  4. Bei eventuell auftretenden Hauterscheinungen (trockene Haut, Juckreiz, Rötungen etc.) kann oft Abhilfe geleistet werden, besprechen Sie dies bitte mit Ihrem Arzt.
  5. Beugen Sie gezielt einer möglichen Gewichtsabnahme vor! Überprüfen Sie vor Beginn der Therapie Ihr Ausgangsgewicht und bauen Sie gegebenenfalls Reserven auf.
  6. Appetitlosigkeit, vorzeitiges Sättigungsgefühl, Übelkeit oder Erbrechen können als Folge der Hepatitis selbst bzw. der Therapie auftreten, lesen Sie, welche Tipps Ihnen bei diesen Ernährungsproblemen Erleichterungen bieten können.
Mit den nachfolgend aufgeführten Tipps haben Sie die Möglichkeit, Ihre Ernährungsprobleme zu mildern oder ganz zu beseitigen. Probieren Sie selbst aus, was Ihnen gut tut!

Tipps bei Appetitlosigkeit und vorzeitigem Sättigungsgefühl

Regen Sie Ihren Appetit und Ihre Magentätigkeit an durch: ein Stück Apfel; eine kleine Tasse Hühnersuppe; ein Stengel Petrsilie; ½ Scheibe Weißbrot; Traubenzucker; Kekse oder Zwieback ca. 15 Minuten vor der Mahlzeit gegessen.

  • Gönnen Sie sich frische Luft oder einen kleinen Spaziergang vor der Mahlzeit.
  • Setzen Sie appetitanregende Küchenkräuter und Gewürze ein: Basilikum, Bohnenkraut, Dill, Ingwer, Kerbel, Koriander, Kümmel, Löwenzahn, Majoran, Petersilie, Piment, Rettich, Schnittlauch, Senfsaat, Wacholder, Zitrone.
  • Ebenso wirken Aufgüsse von speziellen Heilkräutern (Wermut, Meisterwurz, Gemeiner Andorn, Gelber Enzian, Pomeranze, Hopfen, Kümmel, Fenschel).
  • Viele kleine Portionen (5 - 8) und liebevoll angerichtete Speisen sind wichtig.
  • Bevorzugen Sie kalorienreiche Lebensmittel mit hoher Energiedichte, wie z.B. Studentenfutter, Sahnequark, Sahnejoghurt, Käsebrot, Sahneheringsfilet, Makrele, Lachs, reichlich belegte Pizza, Kartoffelpuffer, Nudel in Sahnesoße, Avocados, Croissant, Kuchen, Milchshakes, Marzipan!
  • Meistens kann die größere Energiemenge morgens gegessen werden, sodass ein ansprechendes, reichhaltiges Frühstück einen großen Teil des täglichen Energiebedarfs liefern kann.
  • Essensgerüche können den Appetit mindern. Bevorzugen Sie geruchsarme Speisen. Minimieren Sie die Kochgerüche durch gutes Lüften oder durch Aufwärmen von Vorgekochtem. Ebenso können Essenbringdienste eine Hilfe sein.
  • Trinken Sie möglichst nicht vor den Mahlzeiten, dies füllt den Magen und setzt den Appetit herab!
  • Rauchen ersetzt manchmal eine Mahlzeit oder setzt den Appetit herab. Wenn möglich, rauchen Sie erst nach der Mahlzeit und belohnen sich so!
  • Ablenkung während des Essens kann hilfreich sein, durch gemeinsame Mahlzeiten mit Freunden und gute Gespräche, angenehme Atmosphäre, Lieblingsmusik, evtl. Fernsehen oder Lesen.

Reichen diese Ernährungstipps alleine nicht aus, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt.

Tipps bei Übelkeit und Erbrechen

Bewährt haben sich: trockene Lebensmittel, gründliches Kauen, langsames Essen, kleine Mahlzeiten und appetitliches Anrichten.

  • Bevorzugte Lebensmitte: Kracker, Toast, Zwieback mit und ohne Dips, Suppen, Eintöpfe, Getreidebreie, Kartoffelpüree, Kartoffeln, Reis, Kompotte, kalte Getränke (langsam getrunken).
  • Pfefferminztee oder -bonbon nach dem Essen helfen gegen Übelkeit.
  • Erfahrungsgemäß ist es von Vorteil, morgens eine größere Mahlzeit zu sich zu nehmen.
  • Auf Lieblingsgerichte sollten Sie während der Übelkeitsphase verzichten, damit diese auch danach Ihre Lieblingsspeisen bleiben.
  • Lockern Sie Ihre Kleidung bei den Mahlzeiten.
  • Gönnen Sie sich eine Ruhepause! Achten Sie darauf, dass Ihr Oberkörper höher liegt als die Beine!
  • Essensgerüche können das Unwohlsein verschlechtern - lüften Sie gründlich!
  • Auch Ingwer, Fenchel, Minze und Engelwurz wirken gegen Übelkeit!

Reichen diese Ernährungstipps alleine nicht aus, sprechen Sie Ihren Arzt auf Medikamente gegen Übelkeit an.

Überprüfen Sie Ihren Ernährungsstatus

Häufig werden zur Beurteilung des Körpergewichtes zwei Formeln herangezogen:

Die bekannteste Formel ist die "BROCA-Formel":
"Körpergröße (cm) - 100 = Normalgewicht"

Eine Schwankungsbreite beim Normalgewicht von +/- 10% ist hier durchaus normal.

In letzter Zeit wird auch häufig der Körpermassenindex oder Body Mass Index (BMI) zur Beurteilung des Körpergewichtes berechnet:

BMI (kg/m2) = Körpergewicht (kg) ./. Körpergröße x Körpergröße (m2) Der Index sollte zwischen 19 - 25 liegen, unter 19 sollte man noch Gewicht zulegen, über 25 sollte man das Gewicht nicht weiter steigern.

Beispiel: Größe 1,70 m, Gewicht 55 kg

BMI = 55 ./. 1,70 x 1,70 = 19.03

Ihr BMI = ............. kg ./. ............ m x ............. m = .................

Tipps zum Aufbau von Gewicht und aktiver Körperzellmasse

  • Erhöhen Sie Ihre tägliche Energiezufuhr um 800 - 1000 kcal.
  • Suppen, Eintöpfe, Saucen, Getreide, Kartoffeln, Nudeln, Reis, Milchmixgetränke und Desserts können mit hochwertigen Pflanzenölen, Sahne Crème fraiche, Butter, Margarine, Nüssen, Zucker, Honig, Sirup zu leckeren Kalorienbomben, wie z.B. Kartoffelgratin oder Nudeln mit Gorgonzola-Sahne-Sauce zubereitet werden.
  • Täglich sollten 2 - 3 energiereiche Zwischenmahlzeiten (Trockenfrüchte) Schokolade, Eis, Kuchen, Sahnejoghurt, Nüsse, Käse, Oliven, Avocados, Zusatztrinknahrung) den Speiseplan ergänzen.
  • Auf kalorienarme Getränke und Lebensmittel (Mineralwasser, ungesüßte Tees, rohes Gemüse: Möhren, Gurken, etc.) sollten Sie in dieser Situation selten zurückgreifen.
  • Zum Aufbau der stoffwechselaktiven Körpermasse ist regelmäßige Bewegung sehr wichtig. Denken Sie, je nach Leistungsvermögen, an den täglichen Spaziergang, Gymnastik, Radfahren, Schwimmen oder alles, was Spaß macht und in Bewegung hält.

Können Sie Ihren Gewichtsverlust mit diesen Tipps nicht ausgleichen, sprechen Sie Ihren Ernährungsberater oder Arzt an.

Idee, Konzeption & Copyright des Textes:
Diplom-Oecotrophologin Kornelia Küng, Düsseldorf
Diplom-Oecotrophologe Christof Meinhold, Ernährungswissenschaftliche Dienstleistungen, Köln

Distribution: Essex Pharma GmbH, Postfach 830347, 81703 München, Internet: www.essex.de

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