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Prionen bei einem Hämophilen in Großbritannien nachgewiesen
Rottenburg, den 04. April 2011

Der Hämophilie-Patient aus UK verstarb nicht an der neuen Variante der Creutzfeldt-Jakob Krankheit (nVCJD), sondern an einer anderen Krankheit und wies keine klinischen Zeichen der nVCJD auf.Die Untersuchung der inneren Organe nach dem Tod ergab nachweisbare Prionen in der Milz. Der Patient hatte Ende der 90er Jahre FVIII-Konzentrat erhalten aus einem Plasma-Pool, in dem unter anderen Plasma eines Spenders vorhanden war, der später an der nVCJD erkrankt und verstorben war. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es noch keine Details zum geschilderten Fall. Weitere Untersuchungen bzw. Nachforschungen haben zu erfolgen.

Bis jetzt kann noch nicht mit Sicherheit gesagt werden, ob die Übertragung durch Faktorenkonzentrate erfolgt ist, da auch andere Risikofaktoren für eine nVCJD bei diesem Patienten vorlagen. Die Übertragung durch Faktorenkonzentrate muss jedoch als mögliche Ursache angenommen werden.

Ob sich aus dem berichteten Fall Konsequenzen für die Behandlung der deutschen Hämophilen ergeben müssen, kann erst nach einer ausführlichen Bewertung der Fakten durch die deutschen Gesundheitsbehörden gesagt werden. Das Paul-Ehrlich-Institut als oberste deutsche Arzneimittelbehörde prüft derzeit den Fall.

Auch haben die Patientenorganisationen eine außerordentliche Sitzung des „Arbeitskreis Blut“ bereits gefordert, um über mögliche Konsequenzen zu diskutieren und evtl. Empfehlungen auszusprechen.

Die World Federation of Hemophilia(Welthämophiliegesellschaft) weist darauf hin, dass die derzeit verwendeten Gerinnungsfaktoren als sicher gelten, da für die Herstellung seit vielen Jahren kein Plasma aus England verwendet wird.

Sobald wir als IhrePatientenvertreter genauere Informationen haben, werden wir Sie unverzüglich unterrichten.

Werner Kalnins, Vorsitzender des Vorstands der DeutschenHämophiliegesellschaft (DHG)

Dr. med. Thomas Becker, Vorsitzender des Vorstands derInteressengemeinschaft Hämophiler (IGH)

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