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Ein gelungenes Wochenende in der Eifel
Rottenburg, den 04. April 2011
Im Mai 2006 lud die IGH per Rundbrief zum Begegnungswochenende für erwachsene Hämophile und ihre Partner(innen) zu dem Thema „Hämophilie und Orthopädie" für das letzte Septemberwochenende in die Eifelhöhenklinik Marmagen ein.

Spontan entschlossen wir uns, zum ersten Mal an einem derartigen Treffen teilzunehmen. Es mag vielleicht daran liegen, weil dieses Thema bei einem „Althämophilen" und seiner Frau sofort erhöhtes Interesse weckt.

Trotz Herbstferienbeginn klappte die Anreise problemlos und wir trafen bei herrlichem Sonnenschein am Freitagnachmittag gegen 15.30 Uhr in Marmagen ein. Bereits vor dem Klinik-Eingang wurden wir von Günter Schelle begrüßt, der damit beschäftigt war sein umfangreiches Tagungsmaterial aus zu laden. Gleich darauf trafen wir Anke Schäfer, die uns aufklärte, wie und wo wir unser Zimmer finden würden. Nachdem wir unser Quartier in Augenschein genommen hatten, ging es auf Erkundungstour durch und um die Klinik herum. Die Eifelhöhenklinik ist sehr schön am Hang gelegen und verfügt über mehrere schwellenfreie Ein- bzw. Ausgänge zu den jeweiligen Ebenen (Parkplätze, Haupteingang, Klinikpark usw.), was wir als sehr angenehm empfanden.

Am Abend trafen sich alle Teilnehmer nach dem gemeinsamen Abendessen im Konferenzsaal zu den angekündigten Arztvorträgen.referenten-marmagen-2006

Nach einleitender Begrüßung durch Günter Schelle teilte uns Werner Kalnins mit, dass er sich aus terminlichen Gründen leider sofort wieder verabschieden muss und dass sein Part über 'Konservative Behandlungsansätze bei schweren Gelenkveränderungen' von Herrn Karl Vermöhlen, Facharzt für Rehabilitation und Oberarzt der Klinik, übernommen wird.

Karl Vermöhlen, der mehreren Anwesenden aus früheren Reha-Zeiten bekannt war, informierte uns mit seinem interessanten Vortrag sehr ausführlich über die verschiedensten Möglichkeiten der Physikalischen Therapie, die in der Klinik angeboten werden. Hierbei erläuterte er insbesondere die Problematik, die die Behandlung eines Blutergelenkes mit sich bringt.

Den zweiten Vortrag des Abends über die 'Chirurgischen Möglichkeiten bei schweren Gelenkveränderungen' hielt Herr Dr. Hansjörg Eickhoff, Ltd. Oberarzt der Orthopädischen Abteilung am St.Josef-Hospital in Troisdorf. Herrn Dr. Eickhoff kannten wir noch aus seiner Zeit als Arzt der Orthopädischen Klinik am Universitätsklinikum Bonn.

In seinem PC-unterstützten Lichtbildervortrag erklärte er uns einige chirurgische Behandlungsmöglichkeiten von Blutergelenken. Schwerpunktmäßig erläuterte er uns sehr anschaulich die Versorgung mit Kniegelenkprothesen, die er auch bei Hämophilie-Patienten mit sehr komplizierten Krankheitsbildern vornimmt. Wir waren von seinen Ausführungen und dem Bildmaterial sehr beeindruckt.

In der anschließenden Diskussionsrunde mit allen Beteiligten wurden sehr ausgiebig, teilweise den Einzelfall betreffende, spezielle Behandlungsmöglichkeiten besprochen. Trotz vorgerückter Stunde wurden die Mediziner nicht müde, Rede und Antwort zu stehen. Hierfür gebührt ihnen ausdrücklich unser besonderer Dank.

Der Abend wurde sehr lang, aber gegen Mitternacht fanden wir endlich ins Bett.

Am zweiten Tag war nach dem gemeinsamen Frühstück für den Vormittag eine Besichtigung des Prämonstratenserklosters Steinfeld in unmittelbarer Nähe zur Eifelhöhenkloster-steinfeld klinik geplant. Die Eheleute Schelle hatten Pater Pankratius gebeten, uns einiges über die Geschichte des Klosters zu erzählen und eine Führung durch die Basilika, den Kreuzgang und sogar die Sakristei organisiert. Die Informationsflut war so gewaltig, dass wir später zu Hause im Internet unter www.kloster-steinfeld.de noch einmal einiges nachlesen und vervollständigen mussten. Der kleine Ausflug war eine tolle Idee und eine echte Bereicherung dieses Wochenendes.

Der Nachmittag war für die körperliche Ertüchtigung vorgesehen. „WATERCISE", hieß das Zauberwort. Im Hallenbad der Klinik, bei angenehmen 34 Grad C. Wassertemperatur wurden unter fachlicher Leitung die teilweise arg geschädigten Gelenke und strapazierten Muskeln trainiert.

Eine kleine Gruppe nahm begeistert das Angebot der Therapeuten an, sich im großen Schwimmbecken in der Technik des Gerätetauchens unterweisen zu lassen.

Wer wollte, konnte auch separat seine Schwimmübungen oder Wassergymnastik durchführen oder auch die Räumlichkeiten der Sauna nutzen; es war für jeden Geschmack etwas dabei.

Die anschließende Ruhepause nach der körperlichen Anstrengung war sehraquafitness-internet wichtig, damit sich die mehr oder weniger stark geforderten Muskeln und Gelenke erholen konnten und sich ein Wohlgefühl und eine angenehme Leichtigkeit und Beweglichkeit der Gliedmaßen einstellt. Ich persönlich empfand jedenfalls eine deutliche Verbesserung meiner körperlichen Beschwerden. Leider war dieses Phänomen am nächsten Tag so gut wie verflogen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen saßen wir noch lange in geselliger Runde zusammen. Es konnten die ersten, an diesem Wochenende geschossenen Schnappschüsse bestaunt werden. In angenehmer Atmosphäre wurden zahlreiche Erfahrungen ausgetauscht. Alle Beteiligten waren der Auffassung, dass eine derartige Veranstaltung für ältere Hämophile und ihre Partnerinnen jährlich stattfinden sollte. Um einen festen Termin einplanen zu können, sollte das jeweilige letzte September-Wochenende eines Jahres vorgemerkt werden. Wir würden es nach dieser Erfahrung sehr begrüßen.

Für den Sonntagvormittag hatte Werner Kalnins einen Krankengymnasten eingeplant, der ihn auch selbst behandelt und den er uns als Kniespespezialisten empfahl. Fast zwei Stunden lang „trainierten wir unsere Schwachpunkte" und lernten unter fachlicher Anleitung weitere Übungen für unsere Problemgelenke.

Um 12.30 Uhr trafen wir uns zum abschließenden gemeinsamen Mittagessen, bevor die Teilnehmer gegen 14.00 Uhr nach und nach die Heimreise antraten.

Abschließend möchten wir uns sehr herzlich für die Durchführung und Organisation dieses Treffens, das im wahrsten Sinne des Wortes ein Erlebnis war, bei den Eheleuten Karin und Günter Schelle sowie Anke und Karlheinz Schäfer bedanken.

Es war ein schönes, gelungenes aber auch anstrengendes Wochenende und wir nahmen viele neue Eindrücke mit nach Hause.

A. und J. B., D.

(Die Autoren sind der Redaktion persönlich bekannt)



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