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Erste Urteile in Japan wegen Aids-Skandal

Erste Urteile in Japan wegen Aids-Skandal

Tokio, 24/02/2000 (dpa) - Im Prozess um einen spektakulären Aids-Skandal mit rund 500 Toten hat ein Gericht in Japan erstmals drei frühere Spitzenmanager eines Pharmakonzerns zu Haftstrafen verurteilt. Das Bezirksgericht in Osaka befand sie am Donnerstag für schuldig, in den 80er Jahren HIV-verseuchte Blutpräparate aus den USA vertrieben zu haben. Etwa 1 800 Bluter hatten sich dadurch mit dem Aids-Virus infiziert, rund 500 von ihnen sind seither an Aids gestorben. In den Aids-Skandal sind auch Regierungsbeamte sowie Ärzte verwickelt.

Der Richter verhängte gegen den damaligen Präsidenten des Pharmakonzerns Green Cross Corp und früheren Beamten im Gesundheitsministerium, Renzo Matsushita (79), eine zweijährige Haftstrafe. Sein damaliger Vize-Präsident Tadakazu Suyama (72) muss für 18 Monate und Ex-Direktor Takehiko Kawano (69) für 16 Monate hinter Gittern. Obwohl die Manager gewusst hätten, dass die unbehandelten Blutpräparate mit Aids verseucht sein könnten, hätten sie den im März 1985 genehmigten Vertrieb nicht gestoppt, hieß es.

Die angeklagten Manager gestanden ihre Schuld zwar ein. Sie beteuerten jedoch, im Jahre 1985 und auch davor keine präzisen Informationen über die Risiken von unsterilisierten Blutprodukten erhalten zu haben. Auch hätten sie vom zuständigen Gesundheitsministerium keine Anweisung erhalten, die Blutpräparate zurückzuziehen. Vor dem Bezirksgericht in Tokio muss sich derzeit unter anderem der frühere Spitzenbeamte im Gesundheitsministerium Akihito Matsumura wegen des Skandals verantworten. Der 52-Jährige war von 1984 bis 1986 in dem Ministerium für Blutprodukte verantwortlich.

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